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Monday, 29-Feb-2016 15:36:23 CET

 

 

 

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von Olaf Blumberg
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Reportage 'Der innere Kobold'
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beschäftigt sich aus einer Insider-Perspektive mit dem Tourette Syndrom und ist dabei ein unterhaltsamer Roman.
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Presse Übersicht

Ein ganz normaler Held

von Claudia Pittelkow

Pascal Reiche ist 15 Jahre alt und wohnt in Wilhelmsburg. Er besucht die neunte Klasse der Gesamtschule, trifft sich nachmittags mit seinen Freunden, schwimmt gerne und mag Computerspiele. Ein ganz normaler Junge also. Nur eine Kleinigkeit unterscheidet ihn von anderen Teenagern: Pascal leidet am Tourette-Syndrom.

Vor drei Jahren erkrankte der Schüler an dem seltenen Nervenleiden, plötzlich und ohne Vorwarnung. Es begann mit ein paar Tics, die zunächst gar nicht weiter auffielen. Augenblinzeln, unwillkürliches Kopf- und Schulterrucken. "Ich dachte anfangs, Pascal sei übernervös oder guckt zu viel Fernsehen", erinnert sich seine Mutter, Sylvia Reiche. Doch dann wurde es schlimmer. Grimassen und heftige Muskelzuckungen kamen hinzu. Mutter und Sohn waren ratlos, die Ärzte ebenso. "Bis die Krankheit richtig diagnostiziert wurde, war es eine wahre Ärzteodyssee", erzählt die Mutter kopfschüttelnd.

Etwa fünf von 10.000 Menschen erkranken am Tourette-Syndrom. Die Tics beginnen fast immer vor dem 21. Lebensjahr. Pascal hat nur eine leichte Form der Krankkeit, bis jetzt. "In der Pubertät kann es schlimmer werden", weiß Sylvia Reiche. Die Muskelzuckungen könne sich verstärken, Lautäußerungen wie quieken, grunzen oder Wortfetzen kommen hinzu. Bisher gibt es keine Therapie, die zur vollständigen Heilung führt, doch bei rund 70 Prozent der Betroffenen gehen die Beschwerden im Erwachsenenalter zurück. Pascal ist trotz seiner Erkrankung ein fröhlicher Junge. Begeistert erzählt er von seinem Hobby: er ist Leistungsschwimmer, wurde letztes Jahr dritter Hamburger Meister im Brustschwimmen. Doch manchmal ist ihm auch zum Heulen.

"Früher wurde ich gehänselt", erzählt er, doch seit Familie und Freunde von seiner Krankheit wissen, hat sich das gelegt. Fremde allerdings reagieren oft mit Unverständnis oder gar Aggressionen auf Pascals Tics. "Neulich hat mich ein wildfremder Mann gefragt, ob ich Drogen nehme", sagt Pascal, "das hat mich echt fertig gemacht." Ein anderer habe gefragt, ob er irre sei. Seine Mutter nickt: "Die Vorurteile sind schlimm, das tut weh." Pascal möchte weder als behindert gelten noch als Drogenkonsument angesehen werden. "Ich bin doch nicht geisteskrank", sagt Pascal bestimmt. Nein, das ist er nicht. Pascal ist einfach ein Teenager, der sich nicht verkriechen will und deshalb die Flucht nach vorn gewagt hat. "Die Leute sollen aufhören, so fies über mich zu reden", sagt er mutig. Ein ganz normaler Junge. Ein ganz normaler Held.

Quelle: Elbe Wochenblatt
Erscheinungsdatum 29.05.2002

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