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Letzte Aktualisierung:
Tuesday, 13-Jun-2017 13:18:16 CEST

 

 

 

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beschäftigt sich aus einer Insider-Perspektive mit dem Tourette Syndrom und ist dabei ein unterhaltsamer Roman.
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Presse Übersicht

Unkalkulierbare Folgen einer organischen Erkrankung

Jeder Tourette-Patient tic(k)t anders

von Dr. med. Ulrike Röper

Warum der eine bellen, der andere seinen Kopf gegen die Wand schlagen und ein Dritter immer 'Fuck you' brüllen muss, weiß keiner. Psychische Ursachen stecken jedenfalls nicht dahinter, wenn es ums Tourette-Syndrom geht.

Unter Konzentration verschwinden die Tics oft völlig - und ermöglichen zielgenaue Hochleistungen. Foto: Ärtzliche Praxis/Archiv

17.05.04 - Die größte Spezialambulanz für Tourette-Patienten befindet sich in Hannover und wird von Privatdozentin Dr. med. Kirsten Müller-Vahl geleitet. Auf einem von Pfizer Neuroscience veranstalteten Workshop rückte die Fachfrau die eigenartige Vielfalt dieser Störung ins rechte Licht. Denn obwohl manche Charakteristika, wie die verstärkte Agitiertheit unter Stress oder Angst, förmlich nach 'Psyche' riechen, handelt es sich definitiv um ein organisches Geschehen, das zu motorischen und vokalen Tics führt. Letztere finden oft kaum Beachtung, vor allem wenn es sich um unauffälliges Hüsteln oder Räuspern handelt. Wehe aber, wenn Obszönes in die Umwelt gebrüllt wird oder ständig der 'Stinkefinger' emporschnellt!

Bisher gibt es keine Spur, warum der eine Patient lediglich zuckt oder schnalzt, der andere hüpft oder sich im Kreis dreht, und wieder andere die unglaublichsten Laute und Worte von sich geben.

'Ich habe einen Patienten, der muss mir zur Begrüßung immer an die Brust fassen', erklärte Müller-Vahl, 'danach nicht mehr.' Ein anderer begrüßt seinen Arzt, sonst aber niemanden, immer mit 'Heil Hitler!' - keiner weiß warum. 'Falsch wäre es, hier in der Lebensgeschichte nach belastenden Ereignissen zu suchen. Es gibt keine', ist Müller-Vahl überzeugt.

Koprolalie keineswegs Ausdruck psychischer Probleme

Das Ausrufen solcher Schimpfwörter ist den Patienten zwar bewusst, emotional sind sie davon jedoch deutlich distanziert. Einer von Müller-Vahls zweisprachig aufgewachsenen Patienten leidet unter ausgeprägter Koprolalie, dem Zwang, obszöne Worte auszusprechen. Er muss beispielsweise immer wieder 'Scheiße' rufen - ausschließlich auf Griechisch, das glücklicherweise in seiner deutschen Umgebung niemand versteht.

Die meisten ihrer Patienten seien trotz schwerster Symptome und Schwerbehinderung voll berufstätig, betonte Müller-Vahl. Wichtig sei es, die Betroffenen und ihre Umgebung über die Art der Erkrankung aufzuklären. Weder bestehen Intelligenz-Defizite oder Bewusstseinsstörungen, noch gefährdeten die Patienten ihre Umgebung. Allerdings gelegentlich sich selbst.

Aus der Tourette-Not eine -Tugend hat einer der erfolgreichsten amerikanischen Basketball-Spieler gemacht. Seine schwere Bewegungsstörung - während des Spiels behindert sie ihn auf Grund der starken Konzentration kaum - steht mit Zwangshandlungen in engem Zusammenhang. Und eine davon begründet seinen Erfolg: Er muss nämlich nach Spielende solange den Ball in den Korb werfen, bis die Wurfbahn 'stimmt'. Mit diesem Trainingsvorsprung hat er es unter die Besten des Landes geschafft.

Quelle: ÄRZTLICHE PRAXIS
Erscheinungsdatum 17.05.2004

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